
Es ist wieder soweit. Ein neuer Temperaturrekord und wieder gehen die Fragen los, ob wir auf den Klimawandel vorbereitet sind. Regelmäßig werden diese Fragen mit Nein beantwortet. Auch für unsere Stadt stellt sich diese Frage, wenn sich bei 37 Grad der Asphalt erhitzt und bis in die späte Nacht die unerträgliche Wärme abgibt.
Deshalb hat unser Stadtrat Yannik Hinzmann vor einem Jahr bereits bei der Verwaltung angefragt, ob es einen Hitzeaktionsplan oder mehr Möglichkeit für Baumpflanzungen gibt. Die Antwort viel leider ernüchternd aus. Derzeit plant die Stadt keine weiteren Verschattungsmaßnahmen, obwohl diese dringend notwendig sind. Für Baumpflanzungen sei angeblich kein Raum da, da die Wurzeln keinen Platz hätten. Städte in Spanien schaffen das allerdings am Straßenrand auch, man muss nur den öffentlichen Raum etwas umgestalten. Das wiederum wäre laut Stadt kostenintensiv.
Die Frage, die wir uns aber stellen, ist uns die Gesundheit von vor allem älteren Menschen und Kindern nichts wert? Wollen wir es wirklich weiter riskieren, dass mit jedem Jahr das Schlaganfallrisiko in der Bevölkerung ansteigt? Es reicht unserer Meinung nach nicht, jedes Jahr darüber zu debattieren, was man alles tun könnte. Wir müssen jetzt endlich handeln!
Denn Bäume benötigen ihre Zeit, bis sie ausgewachsen sind und genügend Schatten spenden. Auch wird es durch die zunehmende Hitze, immer schwerer, sie auch langfristig anpflanzen zu können. Für die Innenstadt schlagen wir als Sofortmaßnahme deshalb neben der Bepflanzung weiterer Bäume auch sogenannte „Pflanzensegel“ oder Netze aus Hanf samt Kletterpflanzen vor.
Damit könnten wir zumindest die Innenstadt bei hohen Temperaturen lebenswert erhalten.
Letztlich müssen wir in unserer Stadt aber auch die Entsiegelung (weniger Asphalt, mehr Grünflächen) vorantreiben. Ansonsten werden wir uns auch im nächsten Jahr wieder fragen, wie können wir diese Hitzerekorde überstehen? Der volkswirtschaftliche Schaden nimmt indes immer weiter zu, indem Gesundheits- und Wasserkosten durch die Decke gehen.